Zeckenstich- was nun? Deutschlandkarte
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Das Zecken Überträger von gefährlichen Krankheiten sind ist landauf landab bekannt. Doch was ist zu tun wenn man von einer Zecke befallen wurde? Wir geben praktische Ratschläge was bei Zeckenbefall zu tun ist.

Wo droht Gefahr

Zecken bevorzugen warme Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit. Sie bevorzugen Gebiete in denen sich ihre Wirte, das sind vor allem Mäuse, Igel, Vögel, Rotwild und Rehe aufhalten.



Ideale Bedingungen bieten Unterholz, Waldränder und Waldlichtungen mit hochgewachsenen Gräsern. Gerne halten sich Zecken auf Gräsern oder krautigen Pflanzen an Wegrändern auf um dort auf ihre Opfer zu lauern. Auch im Garten und auf Haustieren kommen Zecken vor.

Oft wird angenommen, Zecken ließen sich von Bäumen fallen. Das stimmt nicht. Um auf einen Wirt zu gelangen, braucht die Zecken "Körperkontakt", wenn auch nur für Bruchteile von Sekunden. In dieser kurzen Zeit gelangt die von der Vegetation auf den Wirt. Sie wird sozusagen abgestreift. Übrigens: Zecken müssen manchmal sehr lange auf ihr Opfer warten. Sie können mehrere Jahre ohne Nahrung auskommen.

Erkrankungen durch Zeckenbisse Durch Zeckenbisse können 2 unterschiedliche Krankheiten übertragen werden. Die bakterielle Lyme Borreliose und die per Virus übertragene FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis). Überträger beider Erkrankungen ist der Gemeine Holzbock, eine Schildzecke. Er krabbelt in Bodennähe auf Grashalmen, Kräutern, niederem Buschwerk umher und sucht dort nach Opfern. Die Zecken kommen auch bei Haustieren (Zeckenhalsband) Mäusen, Spitzmäusen, Vögeln, Wild und Igeln vor.

Schutz vor Zecken

Langarmige Kleidung und lange Hosen und festes Schuhwerk erschweren es den Zecken sich einzunisten. Ätherische Öle und Lotionen zur Mückenabwehr bieten ebenfalls einen eingeschränkten Schutz. Beachten Sie, dass die Duftstoffe sich mit der Zeit verflüchtigen.

Die beste Vorbeugung gegen Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden ist das rasche Entfernen des ungebetenen Gasts. Bei frühzeitiger Entfernung kommt es selten zur Infektion. Warten Sie nicht erst, bis Sie am nächsten Tag zum Arzt gehen können. Die Zecke lässt sich leicht selbst entfernen.

Das Absuchen

Nach einem Aufenthalt in der Natur, sollte man sich selbst nach Zecken absuchen. Die kleinen Vampire bevorzugen Körperstellen mit dünner Haut, die besonders warm sind. Beim Menschen sind das speziell die Körperbereiche zwischen den Beinen, in den Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken und am Haaransatz. Am besten stellen Sie Ihr Kind nackt auf einen Stuhl oder Tisch und suchen die Haut, besonders die Körperfalten sorgfältig ab. Achtung: Zecken können sehr klein und schwer zu erkennen sein. Sie können sich bis auf das zweihundertfache ihrer Körpergröße voll saugen.

Entfernen von Zecken

Die Zecke lässt sich am besten mit einer Zeckenzange aus der Apotheke (oder einer spitzen Zange oder einer Pinzette) dicht an der Haut fest greifen und mit einer drehenden Bewegung herausziehen. Drücken Sie möglichst nicht zu stark auf den Zeckenkörper. Gegen den Uhrzeigersinn (links herum) lässt sich die Zecke etwas leichter herausdrehen, da sie sich mit dem Uhrzeigersinn hineindreht. Tipp: Auf Zeckenzangen befindet sich ein Pfeil für die richtige Richtung. Haben Sie keine Zeckenzange zur Hand, können Sie die Zecke auch mit einer Nagelfeile oder einer kräftigen Nadel entfernen. Straffen Sie die Haut und schieben Sie den Beißapparat, weg, als würden Sie einen Splitter entfernen.

Die Bissstelle sollte desinfiziert werden. Manchmal bleiben kleine schwarze Punkte in der Bisswunde stecken. Dabei handelt es sich um harmlose Beißwerkzeuge. Wenn der Kopf stecken bleibt, macht das im allgemeinen nichts, er fällt spätestens nach einigen Tagen ab. Entzündet sich die Bissstelle, können Sie einen Verband mit Betaisodona-Salbe (Jodhaltiges Desinfektionsmittel) anlegen oder den Arzt aufsuchen.

Was man auf keinen Fall tun sollten

Vielleicht kennen Sie “Hausmittel”, wie man Zecken entfernt. Sie reichen von Zecken mit Klebstoff, Öl oder Nagellackentferner zu bestreichen bis zum Abbrennen. Tun Sie das nicht. Dadurch stirbt die Zecke. In stundenlangem Todeskampf erbricht die Zecke Darminhalt in die Stichstelle und die Erregerübertragung wird gefördert. Benutzen Sie auch nicht die Finger zum Entfernen der Zecke. Auch dann, wenn die Zecke Ihnen dazu groß genug erscheint. Dabei wird die Zecke zu sehr gequetscht und die erregerhaltige Flüssigkeit wird aus dem Zeckenleib direkt in sie Stichstelle gedrückt.


Impfen schütztFrühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) tritt in vielen europäischen Ländern und in Asien auf. Die wesentlichen Verbreitungsgebiete Deutschlands liegen in Bayern und Baden-Württemberg, sowie einzelne Risikogebiete in Hessen und Rheinland-Pfalz. Es gibt noch weitere Gebiete innerhalb Deutschlands in denen FSME-Einzelerkrankungen aufgetreten sind und die aufgrund des sporadischen Auftretens nicht als FSME-Risikogebiete deklariert werden. Größere FSME-Risikogebiete befinden sich in Österreich, Russland, Polen, den baltischen Ländern, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Südschweden, Slowenien und Albanien. Ein geringes Risiko besteht in Frankreich, Italien und Griechenland. England, Dänemark, die Iberische Halbinsel und die Benelux-Länder gelten als FSME frei. Bei der Erkrankung kommt es zunächst zu grippeähnlichen Beschwerden und Fieber. Im weiteren Verlauf entwickeln ca. 10 % der Patienten eine Entzündung der Gehirnhaut und der Gehirnzellen mit Fieber und Erbrechen, die im weiteren Verlauf zu neurologischen Ausfällen, bis hin zum Koma und Tod führen kann. In den meisten Fällen tritt jedoch eine völlige Heilung (oft erst nach Monaten) ein. Bei 1-2 % der Patienten endet die Erkrankung tödlich.

Übertragung

Die Übertagung erfolgt in der Regel durch einen Zeckenstich. In seltenen Fällen kann die Virus- Übertragung auch durch Ziegen-, Schaf- oder Kuhmilch erfolgen. Eine Infektion von Mensch zu Mensch gibt es nicht d.h. auch, dass Erkrankte nicht ansteckend sind. Der Lebensraum der Zecken findet sich bevorzugt in Wäldern, hohem Gras, Sträuchern, Gebüsch und Laub. In Höhen über 1000m kommen keine Zecken mehr vor. 1 - 5 % der Zecken in Deutschland weisen den gefährlichen FSME-Virus auf. Im Südwesten und Südosten Deutschlands werden die FSME-Viren schätzungsweise bei jedem 25. - 1000. Zeckenstich (abhängig vom FSME-Risikogebiet) übertragen. Nach erfolgter Infektion erkranken in Deutschland rund 30 - 50 % der Betroffenen.

Schutz

Informieren Sie sich rechtzeitig ob Ihr Urlaubsort in einem FSME-Risikogebiet liegt. Sollten Sie in ein FSME-Risikogebiet reisen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt ob Sie eine Impfung gegen FSME als vorbeugende Schutzmaßnahme treffen sollten. Die Schutzimpfung besteht aus drei Impfungen und verleiht einen 3-jährigen Schutz. Gegenwärtig empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland, dass nur Jugendliche ab dem vollendeten 12. Lebensjahr oder Erwachsene geimpft werden können. Ein genereller Schutz vor Zecken ist immer angebracht. Dazu gehören das Vermeiden von Wanderungen durch Sträucher oder hohes Gras. Auch beim Beerensuchen kann es gelegentlich zur Zeckenübertragung kommen. Durch das Tragen heller - und am besten langärmeliger - Kleidung können die kleinen Zecken am besten erkannt werden. Die freien Körperstellen sollten mit Insektenabweisenden Cremes bzw. Lotionen (die auch zum Mückenschutz verwendet werden) eingerieben werden und gewähren somit zumindest zeitlich einen begrenzten Schutz. Nach einem "Tag im Grünen" sollte, der ganze Körper v.a. bei Kindern, nach Zecken abgesucht werden. Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt werden. Am besten mit einer Zeckenpinzette. Vermeiden Sie ein Quetschen und Drücken des Zeckenkörpers, da auf diese Art und Weise die Krankheitserreger vermehrt in den Menschen gelangen. Aus gleichem Grund sollte Klebstoff, Öl, etc. keine Verwendung finden. Die Einstichstelle ist nach entfernen der Zecke mit Alkohol zu desinfizieren und sollte beobachtet werden. Beim Auftreten von Beschwerden ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

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